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Jahresbericht 2017

Auf Seiten des Partners, FC Baden wurde mit Manuela Rebelo eine neue Ansprechpartnerin ernannt. Die Vorstandsarbeit wurde zielgerichtet ausgeführt, die Aktivitäten in Cabo Verde überwacht, die buchhalterischen Aufgaben ordnungsgemäss abgewickelt und die Akquisition von Neumitgliedern, Gönnern und Sponsoren verstärkt umgesetzt.

Erstmals in der Vereinsgeschichte konnte dreimal jährlich ein Newsletter zum Versand gebracht, welcher Aufschluss über die Tätigkeiten in der Schweiz und den Kapverden gab. Der Druck wurde als Sponsoring durch Thomi Bräm ausgeführt und hat dem Verein keine finanziellen Aufwendungen verursacht.

Erfreulicherweise durfte der Verein auf zahlreiche Mitgliederbeiträge, Gönner wie den FC Basel, die Stiftung Wyler-Andersson, Fussballverband Aargau, Tankbar Baden und die Stiftung „Bildung für Kinder und Jugendliche in Afrika“ zählen. Diese Einnahmen haben mitgeholfen den Betrieb der Academia sicher zu stellen.

Ebenfalls ist es Dank Unterstützung des Präsidenten des FC Entfelden gelungen einen Lagerraum für die Zwischenlagerung der Hilfsgüter für Cabo Verde zu finden.

Das Jahr war auch geprägt durch Studien der Fachhochschule Nordwestschweiz, welche Machbarkeitsstudien über ein eigenes Internat und dessen Baufinanzierung ausgearbeitet haben. Auf Grund dieser Studien haben wir bereits eine Zusage der Gemeindeverwaltung von São Miguel für die zur Verfügungstellung des entsprechenden Landes erhalten.

Die Academia in Calheta wurde zweimal durch den Präsidenten des Vereins auf Privatkosten besucht. Dabei konnte er sich überzeugen, dass der Betrieb reibungslos funktioniert, die verantwortlichen Personen ihre Verantwortung wahrnehmen, das Lehrpersonal und die Trainer motiviert die Aufgabenhilfe, den Stützunterricht und den Sportbereich abdecken.

Während den grossen Sommerferien (Juli bis September) wurden wiederum zahlreiche Aktivitäten organisiert, wie Schatzsuche verbunden mit Wanderungen, Tischfussballturnier, ein Töpferkurs, Zeichen- und Malkurse, polyvalente Spieltage, Workshops zur Persönlichkeitsentwicklung, Gruppen,- und Umweltverhalten. Besondere Erwähnung findet der Englischunterricht welcher auf grossen Anklang gestossen ist. Das Ergebnis liess sich bei Besuchen von Volontärinnen aus der Schweiz messen. Eine einfache Unterhaltung auf Englisch ist heute für viele Jugendliche der Academia durchaus möglich.

Ein grosses Stück vorangebracht wurde die Gleichstellung der Geschlechter. Hier hat sich die Arbeit der letzten Jahre ausbezahlt. Es ist heute selbstverständlich, dass Mädchen und junge Frauen Sport betreiben dürfen ohne belächelt, verhöhnt oder sogar diskriminiert zu werden. Dies hat auch Auswirkungen im Schulsport gefunden. Die Mädchen sitzen heute nicht mehr abseits, sondern müssen in den Turnbetrieb eingebunden werden.

Dank der Arbeit der Academia ist es gelungen junge Personen für die Ausbildung zum Sportlehrer zu motivieren. Im Sommer konnten zwei Mitarbeiter (Bena und Tony) ihre dreijährige Ausbildung erfolgreich abschliessen.  Beide arbeiten seit September als Sportlehrer an Oberstufen in Achada Monte und Pilão Cão und verdienen damit ihren Lebensunterhalt.

Dank der schulischen Unterstützung des Lehrpersonals wurden sowohl in der Grundschule wie in der Oberstufe Kinder und Jugendliche der Academia für ihre guten Schulnoten ausgezeichnet.

Etwas schwierig gestaltete sich die Unterzeichnung der neuen Verträge zwischen Teilnehmern, Eltern und der Academia. Ziel war es die Spielregeln klarer zu definieren, die Erziehungsberechtigten enger in die Pflicht zu nehmen. Es ist aber schlussendlich gelungen unsere Anliegen verständlich zu machen. Um die Verträge aber auch rechtlich in Cabo Verde abzusichern, mussten die Unterschriften der Eltern oder Erziehungsberechtigten allesamt beglaubigt werden. Ein Verfahren welches nicht nur sehr zeitaufwendig, sondern auch mit entsprechenden Kosten verbunden war.

Mit der Gemeindeverwaltung konnte anlässlich des Besuches des Vereinspräsidenten erneut eine Vereinbarung getroffen werden für den Transport eines Containers mit Sportutensilien. Sie übernehmen die Kosten für den Seetransport und wir sind dafür verantwortlich das entsprechende Material zu sammeln. Das Material ist einerseits bestimmt für die ADEC aber auch für die Abgabe an die Grundschulen und Oberstufen des Gemeindegebietes. Der Versand ist vorgesehen für den Sommer 2018.

In sportlicher Hinsicht war es weiterhin schwierig einen geordneten Spielbetrieb für alle Equipen anzubieten. Die fehlenden Verbandsstrukturen, die Unzuverlässigkeit, die Resistenz gegen einen geordneten Ablauf und der Mangel an finanziellen Mitteln bei den Vereinen und Fussballschulen zwangen zu viel Improvisation.  Einzig die

„Aktivequipe“ konnte in der Meisterschaft der zweiten Division mitspielen. Der Regionalverband von Santiago Nord sah sich ausser Stande einen Meisterschaftsbetrieb für Frauenequipen zu organisieren. Selbstredend galt dies auch für alle Juniorenkategorien. So blieb vielfach nur der Weg in die Hauptstadt Praia um Spiele austragen zu können. Diese Reisen waren aber immer mit Kosten verbunden und belasteten das Budget entsprechend.

Auswirkungen in beide Richtungen hatte der Regierungswechsel von der PAICV zu der MPD. Lokal hat sich die Zusammenarbeit grundsätzlich vereinfacht. In Bereichen wo Ministerien eingebunden werden müssen, verlief dies in eine andere Richtung. So wurde uns der vertraglich zugesicherte Lehrer für die Academia nicht bewilligt und wir waren gezwungen den Antrag neu zu stellen. Eine Entscheidung liegt noch nicht vor.

Trotz diesen Nebenschauplätzen darf das Jahr 2017 als erfolgreich betrachtet werden. Die ADEC wird akzeptiert, respektiert und gilt als seriös. Dank der Unterstützung der Vereinsmitglieder, Sponsoren und Gönner konnten wir alle unsere finanziellen Verpflichtungen erfüllen. Den Lehrern und Trainer regelmässig ihre verdiente Gratifikation entrichten. Notwendige Schulgelder, Schulmaterial und Schuluniformen bezahlen. Für verschiedene Sportorganisationen dient die Academia mittlerweile als Vorbild.

 

Beat Clerc

Präsident Verein „bd sport active“


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