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Sonia

Seit meiner Ankunft Anfang August stelle ich fest das hier im Vergleich zu den Kapverden alles besser organisiert, strukturiert und vor allem viel sauberer ist. Pünktlichkeit wird gross geschrieben.

In Bezug auf den Fussball sind die hiesigen Strukturen in keiner Weise zu vergleichen mit meinem Heimatland. Bei uns wird vor allem improvisiert. Hier besteht eine straffe Organisation. Auffällig ist auch, dass Frauen und Kinder/Jugendfussball einen viel höheren Stellenwert geniessen. Durch die verschiedenen Ligen und Stärkeklassen ist sichergestellt, dass alle ihrem Niveau entsprechend eine Spielmöglichkeit finden. Schiedsrichterentscheide werden akzeptiert

Krass ist die Differenz im Frauenfussball. Hier werden Frauen und Mädchen als Sportlerinnen wahrgenommen. Bei mir zu Hause sind wir noch weit davon entfernt. Es gibt immer noch viele Hindernisse zu überwinden damit weibliche Fussballerinnen ernst genommen und auch unterstützt werden. So fehlt zum Beispiel ein Frauennationalteam auch fehlen Personen welche bereit sind sich für den Frauenfussball einzusetzen. Dies auch auf Verbandsebene.

Hier stelle ich fest, dass eigentlich alle unabhängig ob weiblich oder männlich organisiert Fussball spielen können. Die Trainer unterstützen auch Teams welche noch nicht über ein hohes Niveau verfügen und helfen so vor allem den Jungen sich in eine Gruppe zu integrieren ohne zu befürchten, dass sie von ihren Kollegen bei Misserfolgen ausgelacht oder beschuldigt werden.

Negativ ist für mich der Umstand, dass ich mich nicht so ausdrücken kann wie ich möchte. Es fehlen mir einfach die Sprachkenntnisse. Dies ist sowohl auf wie neben dem Fussballplatz mein grösstes Problem.

Auch bin ich es mir gewohnt, dass ich jeweils zu Fuss meinen Fussballplatz in meinem Heimatort erreiche. Hier bin ich auf Transporthilfe angewiesen.

Trotzdem profitiere ich sehr von meinem Aufenthalt. Viele Eindrücke wirken auf mich ein. Viele Denkanstösse darf ich entgegennehmen.

Ich möchte mich bereits jetzt beim Präsidenten, dem Verein FC Baden, der Sportschule ADEC und allen welche mithelfen mir meinen Aufenthalt hier in der Schweiz zu ermöglichen ganz herzlich bedanken. Es ist meine erste grosse Reise. Sie ermöglicht mir den Einblick in eine mir bisher doch fremde Kultur und die Gelegenheit Erfahrungen im Sport und in dessen Umfeld zu sammeln.

Ein besonderer Dank geht an meine Mitspielerinnen des Frauenteam des FC Baden. Sie haben mich trotz meiner fehlenden Sprachkenntnisse seit Beginn super aufgenommen und mich uneingeschränkt integriert.

Ich hoffe, dass auch in Zukunft Sportler/innen der Academia die Möglichkeit haben vom Angebot eines Austausches zu profitieren. Es weitet den Horizont und öffnet in vieler Hinsicht die Augen.

Folgende Aspekte werde ich ganz sicher mit nach Hause nehmen und diese in meine Arbeit als Trainerin und Spielerinnen in die ADEC einfliessen lassen um damit dazu beizutragen, dass sich gewisse Handlungsweisen in unserem Land Schritt für Schritt verändern.

  • -          Akzeptanz der Schiedsrichter
  • -          Keine Diskriminierung des Frauenfussball
  • -          Teamgeist (keine persönlichen Beschuldigungen bei Misserfolgen)
  • -          Akzeptanz von Niederlagen ohne Gesichtsverlust
  • -          Mehr Beachtung für alle Sportler (nicht nur Gewinner)
  • -          Förderung des Kinder- und Jugendfussballs
  • -          Trainerausbildung und Akzeptanz der Trainer/Trainerinnen
  • -          Pünktlichkeit

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