Eine weitere (Lauf-) Erfahrung

Samstag, 23. Juli 2011

Eine Wettkampferfahrung der besonderen Art durften unsere Laufmädchen gestern beim Stadtfest in Pedra Badejo sammeln

Zu unserer großen Überraschung erfuhren Bernadino und ich kurz vor dem Start, dass der Verantwortliche ganz vergessen hatte uns vor 2 Wochen - als wir die Gruppe persönlich beim Rathaus angemeldet hatten - mitzuteilen, dass es eigentlich nur ein Rennen für Jungs/Männer sei und dass es demzufolge auch nur 1x Preisgelder zu gewinnen geben würde. Wenn aber die Mädchen als erste ins Ziel kommen würden könnten natürlich auch sie gewinnen. Das war jedoch ausgeschlossen, da die nationalen Grössen der Männer mit an den Start gingen. Trotz allem Verhandeln waren die Sportresortleiter nicht willens den weiblichen Athleten Preise einzuräumen. Dass hier Worte fielen wie "Missachtung weiblicher Athleten" und "Diskrimination der Frauen" war gut nachzuvollziehen.

Nichts desto trotz holten sich die Mädchen ihre Startnummern und wollten es eben als Training und Möglichkeit Erfahrungen zu sammeln auf den unterschiedlichen Wettkampfstrecken auf Santiago sehen. Da kam auch schon das nächste Wunder: Der Verantwortliche meinte es könnten nur insgesamt 20 Teilnehmer laufen, da eine größere Anzahl für ein Rennen von sportlicher Seite her nicht zulässig sei. Schlussendlich hatten sie aber - am Startpunkt angekommen - nur 20 Nummernschildchen gedruckt und konnten daher nicht mehr Startplätze vergeben. Daher mussten gleich 4 Mädchen auf den Besenwagen der passenderweise "sem chance = chancenlos" auf seiner Windschutzscheibe stehen hatte....

Mittlerweile waren in der schwülen Hitze nur noch die besten Läuferinnen wirklich motiviert und liefen über die gesamte Distanz von gut 10 km bis ins Ziel. Die Verführung den Besenwagen zu Besteigen war für die schwächeren Gruppenmitgliedern leider zu gross, so dass sie lieber fuhren denn zu laufen.

Die Sportlerin des Tage war Ludmila - sie lief als letzte der starken Läuferinnen abgehängt ganz alleine- lies sich aber nicht abbringen auf eigenen Füßen bis ins Ziel zu kommen. Obwohl sie am Ende deutlich geschwächt war und sich mit Oberschenkelschmerzen plagte lief sie unbeirrt bis zum Ende durch.

Nachdem die ersten drei Männer im Ziel waren gingen alle Verantwortlichen für das Rennen weg und die Mädchen wurden nur noch von unseren Voluntären, sowie den Trainern Duchy und Joaquim die ebenfalls im Rennen liefen gebührlich im Ziel in Empfang genommen.

Als wir schließlich wieder zurück waren in Calheta und die obligatorische Stadtrunde gedreht wurde war das erst mal vergessen, das Lied der Gruppe "Somos Atletas" wurde lauthals geschmettert und Silvo der Fahrer betätigte wie wild die Hupe dazu.

Um eine (Lauf-)Erfahrung reicher gingen alle nach Hause...

Sibylle Laufgruppe

 



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