Auf den Spuren mutiger Frauen
Trotz diverser Regenschauer machten wir uns am Sonntag auf den Weg nach Riberão Manuel. Alle waren gespannt, da noch niemand von unserer Gruppe hier war.
Nach der Besichtigung des Denkmals und ersten Informationen von Daniel, Bernadino und mir zur Geschichte der Nha Ana Veiga trafen wir ihren Urenkel - Minister José Maria Veiga - der sich die Zeit nahm uns nun ausführlich über die Geschehnisse im Jahre 1910 zu informieren.
Er erklärte die geschichtlichen Zusammenhänge dieses markanten Aufstandes welcher am 12.Februar ausbrach und in dessen Verlauf seine mutige Uroma die Worte ausrief "hier gibt es keine Neger, es gibt keine Weißen, es gibt keine Reichen, es gibt keine Armen - wir sind alle gleich"!
Zur Geschichte in Kurzform
Auf Santiago weigerten sich die Bauern von Ribeirao Manuel aufgrund der schlechten Ernte nach langer Dürre Pacht an den Grundbesitzer zu bezahlen. Frauen sammelten unerlaubt Purgiernüsse und wurden daraufhin festgenommen. Ana Veiga formierte eine Gruppe - der damalige Pater soll da auch seine Hände im Spiel gehabt und Sie kräftig dabei unterstützt haben - und befreite die Frauen. Von Praia wurde daraufhin Militär geschickt, um die Revolte niederzuschlagen und alle zu verhaften, aber sie scheiterten kläglich, da sich die Menschen mittlerweile gut organisiert hatten. Alle blieben frei!
Seither ist der Schlachtruf "Omi faka, mudjer matxadu, mininus tudu ta djunta pedra" = Männer (an die) Messer, Frauen (nehmt die) Axt, Kinder sammeln Steine zusammen" bekannt.
Die Revolta de Rubon Manel wird als heroischer Kampf gegen die Kolonialmacht gesehen, die zu einem starken nationalen Bewusstseins geführt hat und sich inspirierend auf die anti-koloniale Bewegung in Richtung der Unabhängigkeit der Kapverden auswirkte.
Leider war die alte Dame welche in dieser Gegend noch Purgiernussöl herstellt nicht zu Hause. Wir konnten jedoch das Training gestern mit einem Besuch bei Dna Julia in der Ribeira do Flamengos verbinden und die Geschichte abrunden.
Erst ging es in der Ribeira do Flamengos durch die Mais- und Bohnenfelder hinauf zu Ihrem Haus. Sie wartete schon auf uns und erzählte, begeistert über das Interesse der Gruppe, wie Sie noch heute das Öl herstellt und zum Verkauf bringt. Was früher den Portugiesen dazu diente die Straßenlaternen in Lissabon leuchten zu lassen wird heute in der Hausmedizin - nur zur äußeren Anwendung - verwendet.
Danach liefen die Mädchen zurück nach Calheta, wobei der Gesprächsstoff nicht ausging.
Mutige Frauen, Verantwortung, (Zivil-) Courage im allgemeinen und den Mund aufzumachen statt zu schweigen und nur hintenherum zu reden waren dabei die wesentlichen Themen…..wir werden das am Freitag beim monatlichen Gruppentreffen noch vertiefen…..
Sibylle - Laufgruppe
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