Abenteuerwanderung mit Schatzsuche
Den Abschluß der Osterferien bildete ein besonderes Programm: Eine halbtägige Wanderung mit unbekanntem Ziel. Da mussten dann schon auch alle Helfer mit ran
Bereits eine halbe Stunden vor der effektiven Besammlungszeit wartete die Kindergruppe aus Calheta aufgeregt auf die Verantwortlichen am abgesprochenen Treffpunkt. Es konnte losgehen Richtung Veneza, wo noch die Kinder aus dem Nachbardorf zur Wandergruppe stossen sollten. Auch hier warteten alle ungeduldig bereits weit vor der fälligen Zeit.
Einmal mehr wurden wir positiv von unserer Trainingsgruppe überrascht. Hatten wir doch insgeheim etwas befürchtet, dass nach 4 Tagen Freizeit unsere gemeinsame Schatzsuche in Vergessenheit geraten könnte. Aber wie Figura zeigte...
Unserer Gruppe vorausgegangen war am frühen Morgen der Fährtenleger. Aufgabe der Kinder war es nun dessen Spur anhand von Fotographien markanter Wegpunkte herauszufinden und am Schluss einen versteckten Schatz zu finden, welcher ein Reisender aus der fernen Schweiz irgendwo in der Gegend versteckt hatte. An jedem Posten wurde ein weiteres Foto der nächsten Anlaufstelle versteckt. Dabei galt es auch jeweils eine Aufgabe zu lösen oder Informationen aus einer Geschichte aufzunehmen. Das erste beim Startpunkt ausgehändigte Foto zeigte, dass der Weg Richtung Ribeireta eingeschlagen werden musste. Munter nahm die Schar das Abenteuer in Angriff, begierig den Schatz zu finden.



Schon bald stellte sich heraus, dass das ausgewählte Schuhwerk der Kinder zum Teil eher hinderlich für eine längere Wanderung war. Kurzerhand entledigten sich drei der Kinder ihrer Flip-Flops und gingen den weiteren Weg auf Sand, Geröll und Steinen barfuss. Es war rasch auszumachen, dass derartige Wanderausflüge ganz sicher nicht zur Tagesordnung gehören. Dennoch ging es zügig von Posten zu Posten. Bei einem ersten Zwischenhalt im Schatten grosser Mangobäumen war Verpflegung angesagt. Zwei der Fussballmädchen überraschten uns alle mit einem grossen Topf Teigwaren und Fleischklössen, welche sie in ihrem Rucksack mitschleppten. Kinder und Betreuer - alle bekamen etwas ab. Geschmeckt hat es vorzüglich. Nach der Verköstigung wurde spielerisch die Aufmerksamkeit, Konzentration, Beobachtungsgabe und Zusammenarbeit gefördert.

Danach ging es weiter, und nach kurzer Zeit war der nächste Fixpunkt erreicht - der „Polivalente“. Ein Sportplatz mit Betonboden und zwei Kleintoren. Das Unausweichliche musste geschehen! Rasch wurden zwei Teams gebildet und der in einem Rucksack der Begleiter versteckte Ball kam zum Einsatz. Zuerst war Handball angesagt und im Nu entwickelte sich ein flottes Spiel. Danach wurde auf Fussball umgestellt. Die mittlerweile eingetroffenen jugendlichen Zuschauer aus dem Dorf kommentierten die Spielzüge und erfreuten sich an der Darbietung. Da es nun doch schon recht warm geworden war, der Schattenplatz lediglich für die „Fans“ an der Seitenlinie ausreichte und noch weitere Aktivitäten auf dem Programm standen, ertönte der Abschlusspfiff des Schiedsrichters. Die mitgetragenen Wasserflaschen fanden reissenden Absatz. Die zahlreichen Schweissperlen wurden abgetrocknet und weiter ging die Reise auf der Suche nach dem Schatz.



Es warteten noch zahlreiche Posten bis hin zum eigentlichen Zielort. Die Zeit und Wegstrecke verging aber im Nu. Es wurde gesungen, gerechnet, Schritte gezählt, gescherzt und manch ein Wanderteilnehmer wunderte sich über die schöne und eindrucksvolle Gegend in der näheren Umgebung des eigenen Wohnortes. Langsam stieg die Spannung. Irgendwie spürten die Kinder, dass sie dem versteckten Schatz stetig näher kamen. Tatsächlich erging bei der Wasserstelle des Bergdorfes Monte Bode der Hinweis, dass es soweit war. Die Kinder wurden dabei darauf aufmerksam gemacht, dass der Reisende aus Europa in unmittelbarer Nähe sein Mittagsmahl eingenommen haben musste und dabei den mitgebrachten Schatz an einem sicheren Ort deponierte. Es galt also diesen Rastplatz zu finden. Diese Suche gestaltete sich aber alles andere als einfach. Dank der Mitsuchhilfe der Betreuer, welche Markierungen am Weg entdeckten, fand die Gruppe zu einem „Lagerfeuer“ unter einem grossen Baum beim kleinen Schulgebäude des Bergdorfes. Unter grossem Geschrei wurde der Rastplatz in Beschlag genommen. Auf der Feuerstelle brutzelten bereits Grillwürste. (Diese wurden übrigens in manueller Heimarbeit in der Esplanada Silibell hergestellt. – Werbespot ausJ ) Es brauchte nun etwas Überredungskünste, den Kindern klar zu machen, dass erst die Mittagsverpflegung angesagt war und anschliessend die Schatzsuche. Beides ging schlussendlich fliessend ineinander über. Die Würste waren lange schon verzerrt, der Flüssigkeitsnachschub sichergestellt, aber der Schatz wollte sich einfach nicht finden lassen. Auch hier halfen schlussendlich ein paar Hinweise aus erwachsenem Munde, dass Verstecke nicht zwangsläufig am Boden sein mussten. Und...tatsächlich hing ein grösserer Karton in den Ästen des Schattenbaumes, unter welchem die fröhliche Truppe lagerte. Nun gab es kein Halten mehr. Der Karton musste runter, der Inhalt untersucht werden. Schlussendlich fanden sich in der „Schatztruhe“ Socken, Markierungsleibchen, Malstifte und Farben, sowie Zeichnungsblocks. Jede Spielerin und jeder Spieler kam in den Genuss seiner persönlichen Gabe. Die Markierungsleibchen wurden sofort übergezogen, die Sportsocken, (welche hier auf Santiago zu einer Art Luxusartikel gehören) fein säuberlich dem Trainer zur Aufbewahrung übergeben.



Nachdem der Rastplatz gesäubert, der Abfall in mitgebrachte Plastiksäcke und anschliessend in einen Rucksack verstaut war, ging es auf einem mit Kopfsteinpflaster belegten kleinen Weg den Berg hinunter. Letztes Ziel war ein weiterer Polivalente im Flamengotal. Dort wurden die Sportleibchen sofort eingeweiht. Nun gab sogar die Trainercrew ihr Können zum Besten und unterstützte die jeweilige Mannschaft nach Kräften und Können. Von Müdigkeit keine Spur……..
Nach Spielschluss wartete ein Sammeltaxi auf die Gruppe. Der letzte Streckenabschnitt wurde zur Triumphfahrt Richtung Calheta. In der Esplanada Silibell angekommen, hielten die Kinder ihre Tagseindrücke mit Farbstiften und Papier sogleich fest.

Etwas müde aber zufrieden kehrten die Kinder anschliessend in ihre Wohnhäuser zurück. Ein toller und erlebnisreicher Tag im Rahmen der Fussballschule fand seinen Abschluss. Ein ganz grosser Dank ergeht an Sibylle, Gerhard, Benedita, Bernardino, Duche und Mito, welche alle ihren Teil zum guten Gelingen beigesteuert haben.
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