Eindrücke aus Calheta

Sonntag, 07. Februar 2010

Schon bei meiner Ankunft in Praia wurde mir bewusst, dass die Uhren hier anders, sprich langsamer ticken. Am 4. Januar kam ich hier an und was sehe ich auf dem Wandkalender? Sie haben tatsächlich noch immer der 3. Januar. Dies nur so ein Schwank aus Cabo Verde zum Anfang...

Kathrin, Praktikantin

Der erste Morgen nach meiner Ankunft war ein riesiges Erlebnis: Ich wusste ja nicht was mich hier erwartet, aber die Überraschung war gross! Ein Hahn kräht pünktlich um 4 Uhr und weckt uns!! Danach geht’s weiter mit einem lauten Esel und Schafe, die blöcken. Abenteuer pur... 
Auch mein Gepäck kam doch noch an: mit 2 Tagen Verspätung zwar, aber ich bin glücklich, dass ich alles habe.                                                               

Eines ist mir schon bei der Ankunft in Calheta aufgefallen: Die Wasserversorgung ist auf Kapverden nicht selbstverständlich. Während den ersten Tagen lebten wir ohne Wasser im Haus. Etwas klemmte, so „installierten“ Einheimische kurzerhand eine neue Leitung zum Hause. Dies ist natürlich noch keine Garantie, dass  nun das kühle Nass wieder in Strömen fliesst. Die Leitung rann, wir verloren 500L. Nachdem wir den Arbeiter darauf aufmerksam machten, wie er den Schaden zu beheben habe, klappte es zu unserer Freude endlich.           

Meine Unterkunft ist sehr angenehm, mit Beat wohne ich im ehemaligen Hause des Bürgermeisters. Er hat es an bd sport cabo verde vermietet. Sybille und Gerhard Schellmann sorgen im „Esplanada Silibell“ für unser kulinarisches Wohl. Die Menus, meist kreolische Küche mit viel Fisch und Reis, sind hervorragend. Nach dem Essen darf natürlich ein Grogue (Kreolischer Rum 44%) nie fehlen... Vor unserem Haus führt die kopfsteingepflasterte Hauptstrasse durch. Viel weniger Verkehr hat es als bei uns in Europa. Stattdessen laufen Frauen mit Harassen und Wasserkanistern auf dem Kopf umher, Herren führen Ziegen zum Spazieren, Kinder spielen Fussball, mit Heu beladene Esel ziehen vorbei, dann und wann hört man das Hupen eines Aluguers (Sammeltaxi), das wartende Leute mitnimmt. Es wird viel Dorfgequatsche im Ort abgehalten, zwischendurch geht’s richtig temperamentvoll zu und her!! 

Das Leben spielt sich hier meist im Freien ab. Frauen kochen draussen, zur Mittagszeit riechts in den Strassen nach Gegrilltem und die Familien helfen sich Mais zu stampfen für das Nationalgericht „Katchupa“. Nachmittags wird Wäsche gewaschen, wie zu Gotthelfszeiten geht’s zu und her! Auf einem Waschbrett wird geschrubbt und danach die sauberen Sachen auf den Boden gelegt zum Trocknen. Zu meinem Erstaunen bleibt alles sauber! 

Das Leben unter diesen einfachen, armen Leuten gefällt mir sehr gut, ihre Lebensfreude ist ansteckend. Der Umgang unter den Einheimischen ist unkompliziert und herzlich. Ich fühle mich sofort integriert hier und habe schon viele Freunde gewonnen! Zu meiner Ueberraschung bietet dieses Caletha folgende, gute Infrastruktur: 
Polizei
Gemeindeverwaltung
Wasseramt
Post
Grundschule
Sekundarschule
Jugendtreff
Kirchgemeinde
Markt
Einkaufsläden 

Die Einwohnerzahl  ist hier nicht so wichtig, jedenfalls wusste es niemand so genau!!! Zum Schluss noch einige kurze Einführung in die kreolische Sprache. Mit diesen zwei Sätzen, ist man nämlich schon gut bedient... Sta bom?  (Wie geht’s?) Tudu dretu! (Alles okay) Falls man dies nicht kann, sagt man einfach: Ka papia kriolu! Ich spreche kein Kreolisch. In diesem Sinne muitos saudades da Calheta, Cabo Verde.

Katrin, Praktikantin



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