Bericht Martina - Praktikantin
Nun habe ich bald eine Woche auf Capo Verde in Calheta verbracht.
Es braucht seine Zeit um sich hier anzuklimatisieren.
Ich denke auch, dass viele Europäer hier nicht leben könnte.
Die Leute in Calheta leben alle in Armut. Sie haben wohl etwas zu Essen, aber das ist auch schon alles.


Küche
Die Küche ist einfach – viel gibt es Fisch, Reis und Gemüse.
Manchmal wird auch ein Schwein geschlachtet, ist auch nicht gerade jedermanns Sache. Schweine gibt es hier viele. Vielleicht packe ich noch eines in den Rucksack, wenn ich nach Hause gehe. Gut, die Schweine bleiben leider nicht immer so klein.
Wochenmarkt in Assomada
Am Mittwoch haben wir einen Ausflug nach Assomada auf den Markt gemacht. Nach einer anstrengenden Wanderung durch Maisfelder und Spinnennetze erreichten wir den Markt in Assomada.
Der Markt ist eindrücklich, viele Stände und noch mehr Leute tummeln sich auf der Strasse.
Das Marktangebot ist reichhaltig über Fische, Fleisch, Süsses, Kleider, Schuhe und Möbel.


Die Menschen
Die meisten Leute sind arm, aber trotzdem nicht aufdringlich. In der Regel gut gelaunt und freundlich. Ungewohnt ist auch, dass sich hier die Menschen auf der Strasse stets grüssen. Bis zum Mittag wird jedem einen guten Morgen gewünscht, dann einen guten Tag und nach Sonnenuntergang eine gute Nacht.
Die Aluguers
Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist hier das Fortbewegungsmittel. Fast alle Menschen fahren mit einen Bus. Dieser Bus ist meistens mit Bänken bestückt und lädt so viele Menschen auf, wie gerade reinpassen. Manchmal gibt’s halt nur Stehplätze oder einen Platz neben einem Schwein oder einer Ziege.
Nun zum Trainingsbetrieb:
Die Kinder nehmen mit viel Freude und Fleiss am Trainingsbetrieb teil.
Hier wird nicht über die neusten Nikefussballschuhe diskutiert, hier spielt man mit dem, was man gerade hat. Meistens sind dies Flip-Flops, Sandalen oder eben barfuss.
Zur Zeit ist der Kunstrasen noch im Bau, so dass mit den Kindern auf dem Schulhausplatz aus Beton oder auf der Erde trainiert wird.
Dies führt oft zu Schürfungen. Doch den Kindern ist das egal – Hauptsache spielen. Die meisten Kinder kennen keine Angst und sind mit viel Eifer dabei. Nach einem Sturz kurz ein Pflaster auf die Wunde und schon geht es ohne sich zu beschweren weiter.


Die Kommunikation unter den Einheimischen ist etwas anstrengend. Hier reden die Leute unter sich alle miteinander und jeder versucht noch ein bisschen lauter zu sprechen als der andere.
Die Kinder sind auch nicht gerade auf den Mund gefallen und teilen sich oft alle miteinander mit. Dies ist meist ein Durcheinander und zerrt an den Nerven, doch die Freude der Kinder beim Training lässt einem darüber hinwegschauen.
Die Selektion
Zur Zeit selektionieren wir Jungs und Mädchen im alter von 7 und 8 Jahren.
14 Stück sollten es bis ende November sein.
Es gibt ein paar Jungs die schon richtig gut sind, doch 14 Stück haben wir noch nicht gefunden. Es liegt uns viel daran, auch zwei oder vier Mädchen zu integrieren.
Mal schauen, wir haben ja noch 3 Wochen Zeit, um mögliche Talente zu finden.


Das Umfeld
Ich habe ein paar Tage gebraucht, um mich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Es hat viele schöne Seiten, ist doch das Land nach den Regenfällen in verschiedenen Grüntönen zu bewundern, aber auch Seiten, die einem nachdenklich Stimmen.
Ein grossen Problem ist hier die Abfallentsorgung. Es gibt zwar eine Müllabfuhr, sogar kostenlos, aber das kümmert hier die wenigsten Leute. Der meiste Dreck landet einfach neben dem Haus oder auf der Strasse. Da etwas zu ändern benötigt wohl noch seine Zeit.
Gespannt bin ich dann auch auf die Reaktion der Eltern, nach Beendigung der Selektion.
Martina
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